Sa

15

Sep

2012

Wo bleibt sie denn?

Jetzt wird es aber langsam Zeit! Kein Ton von der Fähre weit und breit zu hören. NBur Stille über dem See. Und auch nichts zu sehen. Es ist doch schon 7.52 Uhr, nein 7.53. Wenn der Weg um den See nicht so weit wäre... Wo bleibt sie nur?

 

Meine Fähre fährt nicht, wenn es der Fahrplan sagt. Meine Fähre fährt erst dann, wenn du bereit ist. Oder dich der Fährmann ruft. Bist du bereit? Hast du dir Gedanken gemacht, auf was du dich einlässt? Was ist, wenn die Fähre aufläuft, wenn sie sinkt? Gewiss, es ist noch nie passiert - aber, wer weiß. Was hast du für Gefühle? Fühlst du dich wohl oder bist du voller Ungeduld, Unrast und Unflätigkeit?

 

Du willst hinüber, ans andere Ufer. Weißt du, was dich dort erwartet? Ist dort alles besser, größer, schöner? Weil du dort so schnell hin willst. Warum nur? Hauptsache schnell. Aber nicht beim Fährmann. Er setzt die Zeit. Er setzt dir die Zeit. Du hast keine Wahl. Es gibt kein Entkommen. Wenn dich der Fährmann ruft, dann heißt es einsteigen in die Fähre. Und dann gibt es kein Zurück mehr. Ganz egal, was du denkst, fühlst oder meinst. Wie laut du schreist und protestierst. Wenn der Fährmann sagt: Komm, dann kannst du ihm nur folgen.

 

Also: Bist du bereit? Wirklich bereit? Vielleicht ist es doch besser bereit zu sein für diesen Augenblick der Überfahrt, wenn es kein Halten mehr gibt.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

12

Sep

2012

Warten auf die Fähre

Enttäuschungen schmecken uns nicht. Du wartest auf die Fähre. Im Fahrplan steht: 7.38 Uhr; du bist extra früher als sonst aufgestanden. Bist mit dem Auto zur Anlegestelle geeilt. Und jetzt? Warst sogar zwei Minuten zu früh da. Und nun? Es ist 7.40 Uhr und keine Fähre weit und breit.

 

Ob sie heute nicht fährt? Hinter dir steht noch ein Fahrzeug. Immerhin, ihr seid zu zweit. Auch dort trommelt der Fahrer nervös auf sein Lenkrad, steigt mit verärgerter Miene aus seinem Wagen und geht zum Fahrplan. Er nimmt seine Brille ab, kneift die Augen zusammen, schaut auf seine Armbanduhr und geht kopfschüttelnd weg. "Die Fähre müsste doch längst da sein", ruft er aufgebracht in die Richtung deines Autos. "Ich habe einen wichtigen Termin, drüben".

 

Was hast du vor? Wie wichtig ist dein Termin, drüben? Wohin musst du eilen? Was willst du noch schnell erledigen? Ja, die Fähre kommt nicht pünktlich, denn meine Fähre fährt, wann sie will. Mal früher, mal später. Du hast Glück, heute fährt sie später. Sonst wäre sie jetzt schon weg.

 

Du bist enttäuscht, dass die Fähre den Fahrplan nicht einhält. Und dabei ist alles nur eine Täuschung, deine Täuschung. Fahrpläne werden manchmal eingehalten und manchmal eben nicht. Aber deshalb gleich mit Ärger und Wut reagieren? Ja, lass deine Gefühle  da sein. Aber sei dir auch bewusst: Wer enttäuscht wird, ist vorher einer Täuschung aufgesessen. Das Leben ist. Nichts weiter. Kein Grund für Ärger, Wurt und Zorn. Und wenn meine Fähre ein paar Minuten später kommt, was solls, die Welt geht nicht unter.

 

Wichtig ist der Augenblick JETZT. Kostbar und nicht wiederholbar. Lass dich also ent-täuschen. Ohne Ärger und Wut. Es wartet nur das Leben auf dich.

0 Kommentare

Di

11

Sep

2012

Die Fähre kommt?

Der Morgen. Nebel über den Wassern. Das jenseitige Ufer, ein schemenhafter Strich im Grau. Noch gehört die Welt den Enten, der Stille, dem sehnsuchtsvollen Warten. Wo bleibt die Fähre? Aber sie ist nicht weit. Vielleicht hinter der Nebelwand. Lausche, ob du ihr Horn hörst? Da, das leise Tuckern ihres Motors in der Ferne? Nein, es ist nur eine Täuschung. Wie so oft im Leben. Täuschungen und Enttäuschungen. Erwartungen, die nicht erfüllt werden.

 

Wo aber bleibt die Fähre? Wird sie überhaupt anlegen? Vielleicht fällt sie heute aus? Was sagt der Fahrplan?

 

Sei gewiss, die Fähre kommt. Hab Geduld. Lass dich von der Stille des Morgens küssen. Ganz nah bei dir. Dein Herztakt. Da, Motortakt. Eins und eins ist eins. Höre nur genau hin.

0 Kommentare

Fähren-Feeling